
Andreas Döring - Ein Glücksgriff für den BVB
Er kam als Feuerwehrmann, als der BVB im Abstiegskampf steckte. Als Bert van Maarwijk entlassen wurde, fielen Namen wie Hitzfeld, Daum oder Meyer. Und die Dortmunder überraschten die gesamte Nation: Am 13. Februar 2006 präsentierte der BVB seinen neuen Teammanager Andreas Döring. Ihm zur Seite stand Holger Fach, der in Fachkreisen auch nicht als der richtige Mann angesehen wurde. Beide retteten den Verein vor dem Abstieg in die Zweitklassigkeit und avancierten binnen weniger Spieltage zu den Lieblingen der Fans.
Doch auch abseits des Spielfeldes bewies Döring Qualitäten. Zur neuen Saison wurden Hochkaräter wie Rafael van der Vaart und Benjamin Lauth (beide zuvor beim HSV) verpflichtet. An van der Vaart waren unter anderem Topklubs wie Bayern München, Chelsea London und der AC Mailand interessiert. Doch der Holländer war von Döring begeistert: "Er hat oft mit mir gesprochen und mir das Gefühl gegeben, dass um mich herum in Dortmund etwas Großes aufgebaut werden soll".
Womit er auch letztendlich Recht behielt. In der Saison 06/07 wurde souverän der Meistertitel geholt. Auch in der darauffolgenden Saison ließ der BVB keinen Zweifel an seinen Qualitäten zu - wieder Meister. Bitter war die Niederlage im Champions-League-Finale gegen den FC Barcelona (2:3).
Nach dieser Niederlage sollte der große Umbruch folgen. Der BVB erhöhte den Jugend-Etat und setzte von nun an immer mehr auf junge talentierte Spieler. Gleich zu Beginn wurde der Ligapokal gewonnen (4:0 gegen Bayern München)! Doch dann trat der Fall ein, den man nicht haben wollte: Nach 12 Spieltagen belegte der BVB mit gerade mal 11 Punkten einen Abstiegsplatz. Erste Kritiken an Döring wurden laut. Doch die Krise wurde bewältigt. Letztendlich belegte Dortmund den dritten Platz nach einer fulminanten Aufholjagd (zwischenzeitlich 16 Spiele ohne Niederlage) - Champions-League-Qualifikation. Doch es wäre auch mehr möglich gewesen, hätte die Mannschaft im Endspurt nicht etwas geschwächelt. Auf Meister VfB Stuttgart betrug der Rückstand am Ende magere 2 Punkte! Döring hatte allerdings eine Erklärung: "Die Spieler waren heiß auf das Champions-League-Finale. Die ganze Konzentration lag nur darauf, denn sie wollten sich für die Niederlage im Jahr zuvor revanchieren".
Mit 3:0 besiegte der BVB im Finale Betis Sevilla und Rafael van der Vaart, der wegen einem Mittelfußbruch ausgerechnet das Finale verpasste, wurde zum besten Spieler Europas gewählt. "Das war bitter, ich hätte heulen können, ausgerechnet dieses eine Spiel zu verpassen", so van der Vaart, "aber die Jungs haben es auch ohne mich super gemacht".
Die Krönung der Arbeit sollte noch folgen - der Weltpokal. Im Finale in Rio de Janeiro besiegte der BVB Cruzeiro BH mit 2:1. Das Eigengewächs Jacobson (17 Jahre!) brachte Dortmund in Führung. Erst in der Nachspielzeit erzielte Baptista den Ausgleich. Roman Weidenfeller brachte ihn zuvor per Faustschlag im Strafraum zu Fall, was einen Elfmeter nach sich zog. Doch Weidenfeller machte seinen Fehler wieder gut und verwandelte kurz vor dem Ende der Verlängerung einen Strafstoß zu Gunsten der Westfalen. "Ich musste den schießen, ich wollte mich somit für meinen dummen Fehler entschuldigen", so der Europameister.
Der Stern hat sich dazu entschlossen, den Erfolgs-Coach Andreas Döring und seine Mannschaft zu begleiten und wird in Zukunft "Die Tagebücher von Andreas Döring" veröffentlichen...
Kurzinformationen zu Andreas Döring:

Name: Döring
Vorname: Andreas
Geboren: 31.05.1966
Gelernter Beruf: Betriebswirt, Sportwissenschaftler
Bisherige Vereine: 1. FC Kaiserslautern, RCD Mallorca
Bisherige Erfolge: 2 x Meister, 1 x Ligapokal, 1 x Champions League, 1 x Weltpokal
Sonstige Aufgaben: Nationaltrainer Portugal






- Lauth, Auer
