Die Zukunft eines Traditionsvereins!
Verfasst: 24.11.2004, 14:35
Geklaut von der Blutgrätsche:

Die glorreiche Zukunft eines Traditionsvereins:
Dezember 2004: Rechtzeitig zum Weihnachtsfest verkündigt Rudi Assauer die frohe Botschaft. Fabian Ernst wechselt nach Gelsenkirchen. „Eine größere Herausforderung als herauszufinden, ob ich mit Toni, Mladen und Fäustel auch in einer so schwierigen Umgebung harmoniere, kann es nicht geben, auch nicht in Barcelona,“ so der Spieler. Der Vertrag hat eine Laufzeit bis 2014.
Assauer dazu: „Einerseits ist Fabe noch jung, andererseits ist ein Rentenvertrag hier ja mittlerweile Bremer Gewohnheitsrecht. Unter 10 Jahren war da also nichts zu machen.“
März 2005: Trotz des ausgeklügelten Ein- und Ausfahrmechanismus hat der Arenarasen den trüben Gelsenkirchener Winter nicht überlebt. In einer aufsehenerregenden Aktion transferiert Assauer daraufhin den perfekt intakten Rasen von Platz 11 am Bremer Weserstadion in die Turnhalle. „Durch die Abgabe des Spielers Pander nach Bremen konnten wir diesen Wechsel wie gewohnt ablösefrei gestalten,“ freut sich Assauer. „Außerdem werden die Spieler Borowski, Valdez, Stalteri und Schulz den aus ihrer Jugendzeit gewohnten Untergrund vorfinden, wenn sie nach Ablauf ihrer Verträge zu uns kommen.“
Mai 2005: Rudis Amateure sind leider aus der vierten in die fünfte Liga abgestiegen. Da es offensichtlich mit dem eigenen Nachwuchs nicht so recht klappt, wird für die nächste Saison das komplette Werder-Regionalligateam inclusive Trainer Wolter von der Weser an die Emscher transferiert. „Das, was wir bei den Profis schrittweise planen, hat bei den Amateuren bereits auf einen Schlag geklappt,“ freut sich Assauer.
Juli 2005: „Da nach den Unterschriften von Schulz, Stalteri und Borowski in der nächsten Saison hauptsächlich ehemalige Bremer für uns spielen, haben wir uns einen neuen Namen für das Stadion überlegt,“ teilt Assauer auf einer Pressekonferenz mit. 2005/06 wird in der „Arena hinterm Deich“ gespielt.
September 2005: Der Dachverband der königsblauen Fanclubs hat Vertreter der Fans von RWE und BVB eingeladen. Man bittet die Rivalen höflich, ihre Spottgesänge der neuen Lage anzupassen. In Zukunft will man nicht mehr hören „Schlacke 04, die Scheixxe vom Revier“. Statt dessen wünscht man sich „Was ist blau und stinkt nach Bier – Scheixxe 04“. So hören die Ex-Bremer auch aus der Gästekurve halbwegs vertraute Klänge, was ihnen das Einleben erleichtert.
November 2005: Rolf Rangnick wird entlassen. Neuer Trainer ist Thomas Schaaf.
Januar 2006: In der Winterpause kündigt Rudi Assauer an, zur Rückrunde die Trikotfarbe zu wechseln. „Ab sofort werden unsere Spieler in Königsgrün auflaufen. Ich kann diese Spottgesänge aus der Gästekurve nicht mehr hören und fühle mich als Biertrinker diskriminiert,“ so Assauer.
März 2006: Rudi Assauer schreibt einen Designer-Wettbewerb für ein neues Vereinslogo aus. „Wenn man auf die ewige Bundesligatabelle schaut, sieht man, daß die erfolgreichsten Vereine alle irgendwie die Raute im Logo haben.
Das will ich auch!“
Mai 2006: Rudi Assauer präsentiert stolz den Siegerentwurf des Designer-Wettbewerbs. „Dieses Logo führt uns zurück zu den traditionellen Wurzeln des Vereins, schließlich hießen wir ursprünglich Westfalia Schlacke, “ erklärt er das W im neuen rautenförmigen Vereinswappen. „Und die Farbe königsgrün harmoniert prächtig mit unseren Trikots,“ freut er sich. Aus dem Norden Deutschlands wurden zwar Plagiatsvorwürfe laut, aber Assauer hat keine Angst. „Die waren vor Gericht noch nie gegen uns erfolgreich.“
Juli 2006: Eine Analyse zur Herkunft der Zuschauer, die in der vergangenen Saison in die „Arena hinterm Deich“ kamen, ergibt Erstaunliches. Etwa 75% kamen aus Bremen und Niedersachsen, nur noch 25% aus dem Ruhrgebiet.
August 2006: Rudi Assauer holt Klaus Allofs als Ersatz für seinen bisherigen Assistenten Andreas Müller. Allofs’ erste Amtshandlung ist es, den Umzug der Fußball-Abteilung von Gelsenkirchen nach Bremen zu verkünden. „Da fühlen wir und unsere Fans uns doch viel mehr zu Hause“ – so die Begründung. „In Gelsenkirchen behalten wir aber unsere Non-Soccer-Sparte,“ verspricht Allofs. „Dieses Geschäft mit Pur-Konzerten, Handball und Biathlon wird weiter der Rudi betreuen, während ich den Bereich Fußball in Bremen leiten werde.“
Mai 2007: Und wieder ist ein traditionsreicher Verein mit dem W in der Raute auf dem grünen Trikot deutscher Meister. Nur ein kleiner Wermutstropfen trübt die Feierlichkeiten. In der Arena hinterm Deich im fernen Gelsenkirchen hat die tobende Menge beim Pur-Konzert den traditionsreichen Rasen von Platz 11 zertreten.