Aus für Toppmöller beim HSV
Verfasst: 17.10.2004, 16:40
Komisch das das noch keiner gepostet hat, wohl schon jeder mit gerechnet was 
Nach der anhaltenden Talfahrt des Hamburger SV hat der Vorstand der Hanseaten mit dem Vorsitzenden Bernd Hoffmann und Dietmar Beiersdorfer nun reagiert und Trainer Klaus Toppmöller beurlaubt. Auslöser war die 0:2-Heimpleite gegen Aufsteiger Arminia Bielefeld, bereits die sechste Niederlage im achten Saisonspiel.
Nachfolger von Toppmöller wird Amateur-Coach Thomas Doll. Der Ex-Nationalspieler hat die HSV-Amateure in der Regionalliga in die Spitzengruppe geführt.
Nach einem Jahr mit 33 Spielen endet damit der Arbeitsauftrag von Toppmöller in Hamburg. Am 16. Oktober 2003 hatte er den glücklosen Kurt Jara, der jetzt beim 1. FC Kaiserslautern unter Zugzwang steht, abgelöst.
"Die Ergebnisse und der Blick auf die Tabelle ließen uns keine andere Wahl mehr," kommentierte HSV-Sportchef Dietmar Beiersdorfer die Entscheidung: "Unsere Situation ist dramatisch." Auch Toppmöllers Co-Trainer Werner Melzer muss gehen, Ralf Zumdick bleibt dagegen als Co-Trainer auch unter Thomas Doll. Der 38-jährige Ex-Nationalspieler wird ab Montag das Training bei den Profis übernehmen und erhält einen entsprechenden Vertrag bis zum Saisonende.
"Doll ist ein HSVer durch und durch, eine Identifikationsfigur", sagte Beiersdorfer, "er hat in den letzten zwei Jahren eine sehr gute Entwicklung gemacht. Er ist ein akribischer Arbeiter, der versucht, ein System umzusetzen."
Von Seiten der Mannschaft äußerte sich bisher nur Torwart Martin Pieckenhagen zum Trainerwechsel und gab seinen Teamkollegen eine Mitschuld an der Entwicklung. "Jeder hier muss sich fragen, ob er alles für den Verein tut. Ein Großteil der Mannschaft liefert nicht das ab, wozu er in der Lage wäre. Ich habe ab sofort keine Lust mehr, hier mit jeden gut Kumpel zu sein. Diese Entlassung können wir uns als Mannschaft allein auf die Visitenkarte schreiben."
Toppmöller ist der zweite Trainer, der in der laufenden Saison entlassen wurde. Mitte September musste schon Jupp Heynckes seinen Trainerstuhl beim FC Schalke 04 räumen. Ralf Rangnick hat dort das Zepter übernommen und die "Königsblauen" mit drei Pflichtspielsiegen wieder auf Kurs gebracht.