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Stiftung Warentest prüft die Sicherheit der WM-Stadien

Verfasst: 10.01.2006, 13:19
von Horny
Stiftung-Warentest.de hat geschrieben: Sicherheit in Stadien
Viermal die rote Karte

Schmale Treppen, lange Fluchtwege, gefährliche Stolperfallen und unüberwindbare Gräben: Einige der deutschen WM-Stadien sind wenig weltmeisterlich gebaut. Die STIFTUNG WARENTEST hat die Sicherheit in zwölf WM-Stadien untersucht. Ergebnis: Bei einer Massenpanik drohen verheerende Folgen. Die Zuschauer können nicht schnell genug fliehen. Besonders gravierend sind die Baumängel in Berlin, Gelsenkirchen, Kaiserslautern und Leipzig. STIFTUNG WARENTEST online klärt auf.
Sicherheit nicht Stand der Technik
Noch 150 Tage: Im Juni ist die Welt zu Gast bei Freunden. Ein großes Fußballfest soll es werden. In den modernsten Arenen der Welt – sagen die Betreiber. Zwölf Stadien wurden für die WM modernisiert oder neu gebaut. Regensicher, bequem und auf der Höhe der Zeit. Baukosten insgesamt etwa 1,5 Milliarden Euro. Und doch bleiben Mängel bei der Sicherheit. Bauausführung und Fluchtwege entsprechen nicht dem Stand der Technik. Das sagen Experten der STIFTUNG WARENTEST. Sie haben die zwölf WM-Stadien inspiziert und nach den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen bewertet. Schwerpunkt der Untersuchung: Flucht und Evakuierung im Falle einer Panik.
Gefährliche Gräben und Mauern
Vier Stadien haben erhebliche Mängel: das Olympiastadion in Berlin, die Veltins-Arena in Gelsenkirchen, das Fritz-Walter-Stadion in Kaiserslautern und das Zentralstadion in Leipzig. Beispiel Berlin: Hier klafft ein Graben fast drei Meter tief zwischen Tribüne und Tartanbahn. Eine gefährliche Falle für Zuschauer, die sich bei einem Unglück auf das Spielfeld retten wollen. Auch in Leipzig ist der Fluchtweg über den Rasen versperrt. Die Zuschauer müssten erst auf eine 90 Zentimeter hohe Betonmauer steigen und dann 3,40 Meter tief springen. In der Veltins-Arena in Gelsenkirchen lässt sich die Lücke zwischen den unteren Rängen und dem Spielfeld zwar überbrücken, doch die Öffnungen in der Brüstung sollen während der Weltmeisterschaft verschlossen werden. Wieder eine Falle.
Rettungstore schützen doppelt
Wie wichtig der Fluchtweg über das Spielfeld ist, zeigen die Katastrophen in Brüssel 1985 und im englischen Sheffield 1989. Bei einer Panik auf der Tribüne fliehen die Zuschauer meist nach unten. Im Heysel-Stadion in Brüssel starben 39 Menschen, in Sheffield 96, weil sie auf der Flucht buchstäblich zertrampelt wurden. Der Auslöser: Zu hoher Staudruck durch Hindernisse auf dem Weg nach unten. Rettungstore bauen diesen Staudruck ab. Die Zuschauer können bei Katastrophen durch die geöffneten Tore direkt aufs Spielfeld fliehen. Während des Spiels bleiben die Tore geschlossen und schützen so vor Flitzern und übermütigen Fans. Gräben und andere Hindernisse sind überflüssig.
Kaiserslautern brandgefährlich
Gut abgebaut wird der Staudruck nur in Hannover, Nürnberg und Köln. In diesen Stadien gibt es Rettungstore, oder – wie in Köln – zumindest einen breiten unteren Rundlauf für die Flucht. Befriedigend ist die Allianz-Arena in München. Die Rettungstore sind hier etwas schmal. Auch die Fluchtwege auf den Rängen müssten breiter sein. Der Brandschutz ist in München aber gut. Bestes Ergebnis von allen getesteten Stadien. Brandgefährlich wird ein Feuer dagegen in Kaiserslautern: Hier fehlen Brandmelder und Steigleitungen für die Feuerwehr. Die kommt überdies nicht schnell genug im Stadion herum. Eine durchgängige Feuerwehrumfahrt gibt es im Fritz-Walter-Stadion nicht.
Verbleibende Zeit nutzen
Auch in Berlin, Dortmund und Gelsenkirchen hat die Feuerwehr einen schweren Job. In den Stadien ist viel brennbares Material verbaut. In Dortmund fehlen Rauchabzüge, in Berlin Sprinkleranlagen in den Logen und in Gelsenkirchen kommt die Feuerwehr an einige Steigleitungen nur schwer heran. Insgesamt ein trauriges Ergebnis bei einem heißen Thema. Deutschland hätte internationale Sicherheitsstandards setzen können. Doch noch sind fünf Monate Zeit. Zeit, die die Verantwortlichen nutzen sollten um die festgestellten Mängel so weit als möglich abzustellen oder zu entschärfen.
Schon klasse, da dürfen völlig weltfremde Sicherheitshysteriker wie Schilly AWACS-Flugzeuge starten lassen und ohne vorher nicht mind. eine Stuhlprobe abgegeben zu haben, bekommt man keine Tickets.
Aber so einfache, elemantare Dinge wie Fluchttore zum Rasen, bekommen diese Heuchler nicht gebacken. Bastarde!


Aber das Imperium schlägt zurück:
www.gmx.de hat geschrieben:Beckenbauer attackiert Stiftung Warentest

Franz Beckenbauer hat die Stiftung Warentest wegen der Studie zum Thema Sicherheit in den WM-Stadien scharf kritisiert.

"Mir reicht´s jetzt mit diesem Heer der Besserwisser und Wichtigtuer, die sich über die WM profilieren wollen. Die Stiftung Warentest kennt sich vielleicht mit Gesichtscreme, Olivenöl und Staubsaugern aus."

"Dabei sollten sie bleiben", sagte der Präsident des WM-Organisationskomitees in einem Interview der Bild-Zeitung (Dienstags-Ausgabe).
Beckenbauer unterstreicht "strengste Kontrollen der Behörden"

Beckenbauer möchte von angeblichen Mängeln in den Stadien für die WM (9. Juni bis 9. Juli) nichts wissen.

"Hier wird groß angekündigt, dass in unseren Stadien Panik ausbrechen könne mit verheerenden Folgen, ohne konkrete Fakten zu nennen. Dabei laufen die Baumaßnahmen - ich weiß es aus München - mit strengsten Kontrollen der Behörden ab."

"Solche Einrichtungen wie die Stiftung Warentest wollen doch nur Werbung für sich machen und zeigen: Schaut her, wir sind wichtig. Sind sie aber nicht!", sagte Beckenbauer weiter.

Der Weltmeister von 1974 als Spieler und 1990 als Trainer glaubt zudem an einen Imageschaden:

"Dieses Gerede entspricht dem Zustand unseres Landes. Wenn wir bei der Bewerbung vor sechs Jahren gewusst hätten, was da jetzt hochkommt, dann hätten wir die Probleme heute nicht - weil wir mit solchen Nörgeleien nie die WM bekommen hätten."

"Manchmal fragt man sich: Wozu machen wir das eigentlich? Aber die WM wird trotzdem ein Riesenfest werden."
Studie sieht "teilweise beträchtliche Mängel"

Die Stiftung Warentest, die am vergangenen Freitag die Vorstellung ihrer Studie für den 19. Januar angekündigt hatte, präsentiert nun schon am heutigen Dienstag die angekündigten "teilweise beträchtlichen Mängel", die im Falle einer Panik verheerende Folgen haben können.

Auch beim Brandschutz sei nach Angaben der Stiftung in den zwölf Arenen längst nicht alles so, wie es sein sollte.
Einfach ein kreuzsympatischer Typ der Franz. Du bist Deutschland!
Wieso wird dieser offensichtlich dumme Mensch eigentlich immer derart hofiert?

Verfasst: 10.01.2006, 14:18
von Anstoss Player
ach naja ich denbk auch, dass das alles übertrieben ist. Guckt euch doch mal die letzuten WMs an. In Frankreich oder so. Da waren die Stadien sicherlich auch nicht sicherer und v.a. bevor die umgebaut wurden, waren die alle 100% unsicherer hier und in der bundesliga hats niemanden aufgeregt, wo doch da das sicherheitsrisiko sicher höher ist (ichj sag nur stehplätze etc)

Verfasst: 10.01.2006, 14:31
von Horny
Anstoss Player hat geschrieben:ach naja ich denbk auch, dass das alles übertrieben ist. Guckt euch doch mal die letzuten WMs an. In Frankreich oder so. Da waren die Stadien sicherlich auch nicht sicherer
Daß vorher nichts passiert ist, hat doch überhaupt nix zu sagen. Natürlich ist es unwahrscheinlich daß ein größeres Feuer ausbricht, aber wenn es passiert...
100% unsicherer hier und in der bundesliga hats niemanden aufgeregt, wo doch da das sicherheitsrisiko sicher höher ist (ichj sag nur stehplätze etc)
Bitte plapper doch nicht einfach das FIFA-Märchen von den unsicheren Stehplätzen nach. Genau das Gegenteil ist der Fall. Bei einer ausbrechenden Panik sind Sitzplätze viel gefährlicher als Stehplatzstufen. Die Plastiksitze werden zu Stolperfallen und vor allem auf den steilen Oberrängen gibt es oft Geländer vor jedem einzelnen Sitz, wo dann niemand durchkommt. Auf Stehplatzeterassen gibt es diese Barrieren nicht, höchsten ein Wellenbrecher alle paar Meter.
Hillsborough ist nicht passiert weil es Stehplätze im Stadion gab, sondern weil Menschen versagt haben (Leute ohne Karten wurden ins Stadion gelassen, Meterhohe vir den Rängen, Fluchttore zum Spielfeld waren verschlossen etc.)!

Verfasst: 10.01.2006, 14:54
von Horny
Holsten hat geschrieben: Haben die denn aufeinmal neue Sicherheitsstandards gesetzt oder wat ?
Wenn für Dich 17 Jahre "aufeinmal" sind - höchstwahrschienlich ja!

Verfasst: 10.01.2006, 15:13
von Anstoss Player
Horny hat geschrieben: Daß vorher nichts passiert ist, hat doch überhaupt nix zu sagen. Natürlich ist es unwahrscheinlich daß ein größeres Feuer ausbricht, aber wenn es passiert...
Das stimmt schon, aber bisher hat auch keiner nen Aufriss drüber gemacht.

Bitte plapper doch nicht einfach das FIFA-Märchen von den unsicheren Stehplätzen nach. Genau das Gegenteil ist der Fall. Bei einer ausbrechenden Panik sind Sitzplätze viel gefährlicher als Stehplatzstufen. Die Plastiksitze werden zu Stolperfallen und vor allem auf den steilen Oberrängen gibt es oft Geländer vor jedem einzelnen Sitz, wo dann niemand durchkommt. Auf Stehplatzeterassen gibt es diese Barrieren nicht, höchsten ein Wellenbrecher alle paar Meter.
Hillsborough ist nicht passiert weil es Stehplätze im Stadion gab, sondern weil Menschen versagt haben (Leute ohne Karten wurden ins Stadion gelassen, Meterhohe vir den Rängen, Fluchttore zum Spielfeld waren verschlossen etc.)!
Soo, und zu den Stehplätzen: Das hab ich sicher nicht von der FIFA, aber überleg mal: Bei Stehplatztribühnen sind ungefähr 3mal so viele Leute in einem Block, wie bei Sitzplätzen (die Zahlen nehm ich jeztt mal vom VfB, wo die Stehplatzblöcke bei Uefa-Cup Spielen auif einmal nur noch ein Drittel der Zuschauer fassen.
Ich kenn natürlich auch nur die Verhältnisse in Stuttgart, aber da sind nur die Sitzschalen (bei den normalen Sitzplätzen) und keine weiteren Fallen. Im Gegensatz dazu haben die Stehplätze alle 3 Reihen ein Geländer, das relativ hinderlich sein dürfte.

Verfasst: 10.01.2006, 15:25
von Horny
Soo, und zu den Stehplätzen: Das hab ich sicher nicht von der FIFA, aber überleg mal: Bei Stehplatztribühnen sind ungefähr 3mal so viele Leute in einem Block, wie bei Sitzplätzen (die Zahlen nehm ich jeztt mal vom VfB, wo die Stehplatzblöcke bei Uefa-Cup Spielen auif einmal nur noch ein Drittel der Zuschauer fassen.


Das ist Quatsch. Keine Ahnung was ihr da in Stuttgart macht, aber normal ist eine Quote von 2 (eigentlich logisch, oder?)
Ich kenn natürlich auch nur die Verhältnisse in Stuttgart, aber da sind nur die Sitzschalen (bei den normalen Sitzplätzen) und keine weiteren Fallen.


Jo, Stuttgart ist aber auch so ziemlich das flachste Stadion der Welt (übertreib ;) ). Da ist sowas halt nicht nötig.
Aber wie gesagt, gerade in oft sehr steilen Oberrängen sieht man das immer häufiger. Und ich hab schon das eine oder andere Stadion von innen gesehen.
Im Gegensatz dazu haben die Stehplätze alle 3 Reihen ein Geländer, das relativ hinderlich sein dürfte.
Richtig, und warum haben sie das? Weil es sogenannte Vario-Plätze sind. Bei internationalen Spielen wir der senkrecht stehende Sitzfläche ausgeklappt. Damit gibst Du mir indirekt recht, denn ohne diese sinnlose UEFA- bzw. FIFA-Regularien bezüglich internationaler Pflichtspiele gäbs die Dinger nicht und da wären weiterhin ganz normale Stehplatzstufen.

Grundsätzlich gibt es leider immer noch Stadien mit wirklich abenteuerlichen Kapazitätsangaben von Stehplatzbereichen, wo viel zu viele Menschen in zu enge Stehplatzblöcke gepfercht werden (War schonmal jemand in Bremen in deinem ausverkauften Stehplatz-Gästeblock?). Aber das ist dann halt Sache des DFB bzw. bei Amaturvereinen des jeweiligen Landesverbandes, um da mal aufzuräumen. Aber es passiert nichts.

Stattdessen werden Stehplaätze per se verteufelt um rein wirtschaftliche Interessen mit pseudo-Sicherheitsgequassel zu tarnen. Elende Heuchler.

Verfasst: 10.01.2006, 15:42
von opelgang
die mängel sind teilweise schon bedenklich, aber z.t. auch nicht behebbar, ich denke an vor allem an berlin, an einem denkmalgeschützen objekt darf halt kaum was gemacht werden, kennt jeder, der schon mal an solchen häusern was machen wollte.
zumal ja - angeblich - das stadion trotzdem inner gewissen , recht kurzen, zeit zu räumen sei...

Verfasst: 10.01.2006, 20:51
von Horny
Rangoo hat geschrieben:Wer behauptet eigentlich, dass Wellenbrecher ein Hindernis oder sogar Sicherheitsrisiko sind?
?

Niemand, die Dinger haben schon ihren Sinn. Aber in ner Situation wo viele Menschen in eine Richtung flüchten ist das halt auch ein Wellenbrecher ein Hindernis.

Verfasst: 27.01.2006, 11:56
von opelgang
Die WM-Städte Gelsenkirchen, Dortmund und Köln haben auf Geheiß des nordrhein-westfälischen Bauministeriums die von der Stiftund Warentest festgestellten Mängel in den Stadien überprüft. Kleinere Beanstandungen seien zutreffend, teilte das NRW-Bauministerium gestern mit. Diese seien aber bereits behoben oder sollen in den kommenden Wochen behoben werden. "Eine Vielzahl derMängel sind aber nicht zutreffend", bekräftigte Ministeriumsvertreter Jost Rübel.