Tour de France 2006
Moderatoren: Tim, ACZ-Mod-Team
- sin tsu
- ACZ-Süchti

- Beiträge: 5721
- Registriert: 31.01.2004, 20:36
- Wohnort: Heidelberg/Mannheim
- Kontaktdaten:
Kurze Anmerkung von mir:Doping im Spitzensport
Hundefutter für das Peloton
Von Gerd Schneider
Man kann nicht sagen, daß der Niederländer Berend Nikkels in Deutschland ein bekannter Mann wäre. In der Eisschnellaufszene ist er manchen noch ein Begriff, er war jahrelang ganz offiziell der Arzt des Privatteams Spaarselect. Zu diesem Team gehörten bis zu seiner Auflösung im Jahr 2002 einige der besten Läufer aus den Niederlanden, etwa die Olympiasieger Gianni Romme und Marianne Timmer, große Figuren in der Sportszene ihres Landes.
Warum die bloße Erwähnung von Berend Nikkels in der Branche noch immer Stirnrunzeln auslöst, weiß man seit Januar dieses Jahres. Denn da tauchte der Name des Arztes aus Breda ganz plötzlich in Deutschland auf - und zwar in einer ganz brisanten Angelegenheit, dem Dopingprozeß gegen den Magdeburger Leichtathletik-Trainer Thomas Springstein (Siehe auch: 16 Monate Bewährungsstrafe für Springstein). Vor Gericht verlesene E-Mails ließen den Schluß zu, daß Springstein vor einigen Jahren in Kontakt mit Nikkels stand. Eine mit seinem Namen versehene Nachricht ("Nikkels an Top Speed") liest sich wie eine detaillierte Gebrauchsanleitung für die Einnahme von Eprex. Hinter dem Namen dieses Medikaments verbirgt sich das Blutdopingmittel Erythropoietin, kurz Epo.
Kontakte zu Springstein
In niederländischen Zeitungen räumte Nikkels damals zwar Kontakte zu Springstein ein. Aber er behauptete, diese Kontakte hätten niemals mit Doping zu tun gehabt. Doch jetzt hatte Nikkels in seiner Heimat einige öffentliche Auftritte, die erst recht an dieser Darstellung zweifeln lassen. In einem Interview mit der seriösen Tageszeitung "NRC Handelsblad" und später auch im niederländischen Fernsehen gab Nikkels so ungeniert und so fachkundig Auskunft über die im Radsport gängigen Dopingpraktiken, daß man das Gefühl hat: Hier spricht ein Experte (Siehe auch: FAZ.NET-Spezial: Das Zeitalter des Gendopings hat begonnen).
Der Autor des Berichts in der Zeitung "NRC Handelsblad" nennt Nikkels in seinem gänzlich kritikfreien Bericht denn auch "einen der wenigen Insider auf dem Gebiet des Blutdopings". Der Artikel beginnt damit, daß Nikkels dem Journalisten bei dessen Besuch in seiner Hausarztpraxis in Breda einen Beutel zeigt, der einen Stoff namens Oxiglobin enthalte: denaturiertes, immunologisch neutral gemachtes Rinderblut. "Hundefutter nennen sie das im Peloton", so wird Nikkels zitiert. Die Substanz sei für die Veterinärmedizin entwickelt worden, zur Behandlung von Blutverlusten, etwa nach Operationen an Hunden (daher der Name "Hundefutter"). Für Nikkels ist das Blutersatzmittel eines der kommenden Dopingpräparate. Noch seien das keine Wundermittel. "Aber es gibt auf diesem Gebiet enorme Entwicklungen. Kunstblut, um es populär auszudrücken. Bald werden wir die ersten Fälle davon haben."
„Ein schwieriges Produkt”
Reiner Zufall, daß im E-Mail-Verkehr von Thomas Springstein auch von Oxiglobinen die Rede ist? "Dieses ist ein schwieriges Produkt, da der eigene Körper eine Gegenreaktion auf die synthetischen Hämoglobine zeigen kann", heißt es in einer Mail von einem gewissen "Peraita" (Spitzname "Top Doc") an Springstein, "wir versuchen es aus Krankenhäusern in den USA zu bekommen." Peraita soll ein Arzt aus Madrid sein. Im Interview mit dem "NRC Handelsblad" sprach Berend Nikkels nun von "Zellen", die die Athleten mit Dopingmitteln versorgen: "Es gibt in Spanien zwei Zellen, ebenso in Italien, eine in Österreich. (...)Dort ist alles zu bekommen." Im niederländischen Fernsehen bezog Nikkels später auch die Schweiz in das Doping-Netzwerk mit ein.
Der nächste "Zufall": Auch im aktuellen Dopingskandal rund um die Tour de France ist der Name Peraita gefallen. Es gibt offenbar Querverbindungen zwischen Eufemiano Fuentes, der zentralen Figur der Affäre, und einem gewissen Miguel Angel Peraita, der in Madrid eine Klinik besitzt. Die spanischen Fahnder durchsuchten bei ihren Ermittlungen auch die Geschäftsräume von Peraita, allerdings ohne etwas zu finden; deshalb wurden die Nachforschungen eingestellt. Die spanische Zeitung "El Pais" schrieb dazu unlängst: "Dennoch haben die Enthüllungen das Gedächtnis von Leuten aus der spanischen Leichtathletik aufgefrischt, die sich an die häufigen Besuche einiger wichtiger Leichtathleten im Madrider Stadtviertel Chamberi während der neunziger Jahre erinnerten, an Athleten aus Spanien und dem Ausland."
Keine Frage von Schuld oder Unschuld
Doch zurück zu Berend Nikkels. Der Hausarzt aus Breda scheint sich nicht nur bestens auszukennen in der internationalen Dopingszene - er hat auch eine eigenwillige Einstellung zu diesem Thema. Wie er in seinen jüngsten Medienauftritten kundtat, sei Blutdoping in den Ausdauersportarten wie Radrennen, Skilanglauf und Leichtathletik "keine Frage von Schuld oder Unschuld". Sondern: "Es ist einfach nicht mehr wegzudenken." Von Athleten aus dem Radsport, die er betreue, wisse er, daß sie seit Jahren intensiv damit beschäftigt seien. Das Eigenblutdoping, in letzter Zeit wieder in Mode gekommen, hält er gleich gar nicht für eine verdammungswürdige Praxis. Es sei eine Kombination aus den schon früher praktizierten Bluttransfusionen und Epo-Einsatz. Nikkels wörtlich: "Das ist eine Art hämatologischer Reservetank. Unter guten medizinischen Umständen ist diese Methode nicht unverantwortlich." Der Heidelberger Dopingbekämpfer Professor Werner Franke sagt zu diesen Äußerungen: "Das ist Schwachsinn. Wenn ein angehender Arzt bei mir so etwas in der Prüfung behauptet, fällt der hochkantig durch."
Daß Epo mit den gängigen Kontrollmethoden leicht nachzuweisen sei, hält Nikkels für einen "Bluff der Dopingjäger". Vielmehr könne man Eprex "ohne Risiko" in kleinen Dosen nehmen: "Wenn man es gut macht, hat man bei den Dopingkontrollen keinerlei Risiko, erwischt zu werden." In dem Interview mit "NRC Handelsblad" weist Nikkels den Verdacht von sich, er befürworte den Einsatz künstlich hergestellter Blutersatzmittel wie Oxiglobine oder gar Reboxygen, der gentechnisch hergestellten Variante eines Blutdopingmittels. Im Springstein-Prozeß war auch dieses Mittel beim Verlesen der E-Mail-Texte genannt worden. Diese Substanzen seien gefährlich, da sei für ihn die Grenze erreicht, so Nikkels. Aber eben erst da. Im Fall von Epo und Eigenblutdoping spricht er sich dagegen für eine Legalisierung aus. "Meiner Ansicht nach sollte für den Einsatz von solchen Mitteln ein Lizenzsystem eingeführt werden. Verbandsärzte sollten das begleiten. Das ist der einzige Weg."
Wer arbeitet noch mit Nikkels zusammen?
Wie viele niederländische Athleten mit Berend Nikkels zusammenarbeiten, ist ungewiß. Namen wollte er bei seinem Auftritt im niederländischen Fernsehen nicht nennen. Daß er Leistungssportler betreut, steht außer Frage. Im "NRC Handelsblad" ist vage "von einigen Sportlern aus dem Radsport und der Leichtathletik" die Rede. Zu diesen Athleten soll etwa Simon Vroemen, der Europarekordinhaber im 3000-Meter-Hindernislauf, gehören. Ob Nikkels privat - wie vermutet wird - noch mit niederländischen Eisschnelläufern zusammenarbeitet, ist nicht bekannt.
Nikkels selbst ist in diesen Tagen nicht ans Telefon zu bekommen. Seine Praxis in Breda, so erfährt man es durch den Anrufbeantworter, ist bis zum 24. Juli geschlossen. Die Tour de France - noch ein Zufall? - endet am 23. Juli.
Text: F.A.Z., 15.07.2006, Nr. 162 / Seite 32
Ein Kumpel hat früher mit Thomas Hellriegel (1. dt. Ironman-Sieger) trainiert. Hellriegel hat 1996/97 zeitweise mit Ullrich und Rijs in einer Trainingsgruppe trainiert. Rijs und Ulrich sollen im Trainingslager Hämokritwerte von 55-60 gehabt haben. Dann vergliche man mal den heutigen Wert einer Schutzsperre!!!
Und von wegen nix gewußt. Vom Teamchef über Arzt bis zum Fahrer waren alle informiert. Der Trainings- und Dopingplan wurden "angeglichen" um das optimale Ergebnis zu erreichen.
Abseits von halb leer oder halb voll wartet der wahre Optimist darauf, dass ihm jemand nachschenkt.
- Zingaro
- Sportler des Jahrhunderts

- Beiträge: 4008
- Registriert: 14.10.2005, 04:44
- Wohnort: Teppichgeschäft ARO
Da hab ich noch vor 2 Tagen zu meinem Kumpel gemeint, dem Klöden traue ich nichts zu und dann so ein Auftritt
Respekt, jetzt ist der Sieg drin, wenngleich ich nicht einschätzen kann, ob man wirklich 2,30 auf nen Perrero beim Zeitfahren aufholen kann! Naja, besser als auf den Landis.
Trotzdem Respekt...
Respekt, jetzt ist der Sieg drin, wenngleich ich nicht einschätzen kann, ob man wirklich 2,30 auf nen Perrero beim Zeitfahren aufholen kann! Naja, besser als auf den Landis.
Trotzdem Respekt...
Signatur
- Anstoss Player
- 1x ACZ, immer ACZ

- Beiträge: 10906
- Registriert: 03.08.2003, 01:52
- Wohnort: Wiesbaden
es gibt ja noch ne Bergetappe...
Aber 2:30 sind n Pappenstil. Der Perreiro hätte damals nie in dieser Ausreißergruppe ankommen dürfen. Auch Sastre im Zeiftahren wird schwer:
KLÖDEN, Andreas + 01' 43''
MENCHOV, Denis + 01' 44''
EVANS, Cadel + 01' 49''
SASTRE, Carlos + 02' 11''
PEREIRO SIO, Oscar + 02' 41''
Das sind die Abstände vom 1. Zeitfahren
Aber 2:30 sind n Pappenstil. Der Perreiro hätte damals nie in dieser Ausreißergruppe ankommen dürfen. Auch Sastre im Zeiftahren wird schwer:
KLÖDEN, Andreas + 01' 43''
MENCHOV, Denis + 01' 44''
EVANS, Cadel + 01' 49''
SASTRE, Carlos + 02' 11''
PEREIRO SIO, Oscar + 02' 41''
Das sind die Abstände vom 1. Zeitfahren
Weggehen bedeutet nicht unbedingt,
Irgendwo anders dann anzukommen.
-ClickClickDecker
Irgendwo anders dann anzukommen.
-ClickClickDecker
Ach ich glaub das morgen zwischen den Favoriten nicht so viel passieren wird und das die Entscheidung am Samstag fällt.
Aus meiner Sicht hat dann Klöden die Nase vorn da es über 60Kilomter geht (glaub ich) und er nun mal der beste zeitfahrer von denen da vorn ist. Die Zeit kann er auf jeden Fall aufholen.
Aus meiner Sicht hat dann Klöden die Nase vorn da es über 60Kilomter geht (glaub ich) und er nun mal der beste zeitfahrer von denen da vorn ist. Die Zeit kann er auf jeden Fall aufholen.
Klöden muß es morgen noch mal versuchen! Denn 2:29 wird wahrscheinlich nicht gut machen (wenn ich gestehen muß dass ich nicht weiß wie gut PEREIRO wirklich ist im Zeitfahren!
Aber wie irgendwer hier schon sagte ich glaube ni´cht das sich morgen was weltbewegendes in den Top5 tut
Aber wie irgendwer hier schon sagte ich glaube ni´cht das sich morgen was weltbewegendes in den Top5 tut

DIE MACHT VOM NIEDERRHEIN
- Anstoss Player
- 1x ACZ, immer ACZ

- Beiträge: 10906
- Registriert: 03.08.2003, 01:52
- Wohnort: Wiesbaden
- Zingaro
- Sportler des Jahrhunderts

- Beiträge: 4008
- Registriert: 14.10.2005, 04:44
- Wohnort: Teppichgeschäft ARO
Ja, klar ist die Tour spannend, wenn der Domintor in Rente geht!
Ich persönlich denke, nachdem ich die obigen Ergebnisse von AP gesehen habe, dass es Klöden wohl nicht packen wird. 2,30 ist einfach zu viel!
Morgen erwarte ich keinen Angriff, die schonen sich, zu viele Strapazen von heute (sind ja noch viel mehr aus sich herausgegangen, weil das gelbe Trikot gestorben ist) und vorbereiten für Samstag.
Ich hoffe auf Klödi, denke aber Perrero wirds machen. Wie obenschon steht, der hätte nie in der Ausreisser-Gruppe sein dürfen.. naja... hoffen wir auf Samstag
Ich persönlich denke, nachdem ich die obigen Ergebnisse von AP gesehen habe, dass es Klöden wohl nicht packen wird. 2,30 ist einfach zu viel!
Morgen erwarte ich keinen Angriff, die schonen sich, zu viele Strapazen von heute (sind ja noch viel mehr aus sich herausgegangen, weil das gelbe Trikot gestorben ist) und vorbereiten für Samstag.
Ich hoffe auf Klödi, denke aber Perrero wirds machen. Wie obenschon steht, der hätte nie in der Ausreisser-Gruppe sein dürfen.. naja... hoffen wir auf Samstag
Signatur
- Anstoss Player
- 1x ACZ, immer ACZ

- Beiträge: 10906
- Registriert: 03.08.2003, 01:52
- Wohnort: Wiesbaden
naja, die war auf jeden Fall kürzer. Aber Perreiro fährt in Gelb, der wird Flügel bekommenSPA hat geschrieben:das war doch ne andere Strecke ( ein paar Tage her) und war es seine normale Leistung oder ne gute für seine Verhältnisse
und wie wird die Tagesform der Topleute sein?
Weggehen bedeutet nicht unbedingt,
Irgendwo anders dann anzukommen.
-ClickClickDecker
Irgendwo anders dann anzukommen.
-ClickClickDecker
Diese Tour finde ich einfach nur Klasse, auch wenn vermutlich noch einige gedopte im Feld fahren. Es macht endlich wieder Spass zu gucken weil kein Überteam oder Überfahrer am Start ist. Aus meiner Sicht kann auch der Nobody gewinnen, ihm gönne ich es 1000 mal mehr als einem gewissem Amerikaner der heute in einem der Begleitfahrzeuge war.
richtig aber er wird es wohl leider. Ich glaub nich das Klöden 2min im Zitfahren auf ihn rausholt und sastre und Perreiro sind nicht gut genug um Landis hinter sich zu halten.Bobby hat geschrieben:ich will nicht das der landis sieger wird
der sieht einfach zu scheisse aus
Naja ich denke mal Platz 2oder 3 is noch für Klöden drin mehr geht aber wohl nach der heutigen Etappe nich mehr.Schade
tja die haben nicht damit gerechnet das er wieder fit ist!Deathland hat geschrieben:Klasse Leistung von Landis, aber auch ein taktischer Fehler ihn so weit weg zu lassen.Zingaro hat geschrieben:Eine unglaubliche Etappe! Ist das geil... Spannung pur! Da ist momentan ja alles drin!
Klöden schleppt sich schwer... aber Landis.. Was nen Konter
Wer hat schon damit gerechnet? Richtig! keiner!
hm das wars dann wohl für Klöden! Er wird wohl nur 3. oder 4.! Aber wer hätte vorher damit gerechnet?

DIE MACHT VOM NIEDERRHEIN
-
opelgang
- ACZ Metusalem
- Beiträge: 13338
- Registriert: 24.09.2002, 10:32
- Wohnort: von drauß vom Walde komm ich her...
- Kontaktdaten:
er at nach der verletzung nicht viel gezeigt,
aber andererseits war elipheimer bei der dauphine ganz weit dabei und is jetzt nich dabei.
das die tour was anderes ist war klar und das t-mobile auch ohne sevilla und ulle nen starkes team hat sowieso
(klöden 2., honchar war mal 2. beim giro, etc...)
ausserdem war zu erwarten, das die leute vorne sind, die sich die wenigsten ausrutsche erlauben, das landis SO zurückschlägt war nicht annähernd zu erwartzen
aber andererseits war elipheimer bei der dauphine ganz weit dabei und is jetzt nich dabei.
das die tour was anderes ist war klar und das t-mobile auch ohne sevilla und ulle nen starkes team hat sowieso
(klöden 2., honchar war mal 2. beim giro, etc...)
ausserdem war zu erwarten, das die leute vorne sind, die sich die wenigsten ausrutsche erlauben, das landis SO zurückschlägt war nicht annähernd zu erwartzen
- Undertaker
- Chef der Spickzettelmafia!

- Beiträge: 4310
- Registriert: 12.07.2001, 02:00
- Wohnort: dei mudda!!!
- Kontaktdaten:
SPIEGEL ONLINE - 27. Juli 2006, 13:34
URL: http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,428807,00.html
Zeitungsberichte
Doping-Spekulationen über Tour-Sieger Landis
Von Pavo Prskalo und Clemens Gerlach
Die Meldungen sind spektakulär. Eine dänische und eine niederländische Zeitung bringen den jüngsten Dopingfall eines namentlich noch nicht bekannten Radprofis mit dem Tour-Sieger Floyd Landis in Verbindung. Der US-Amerikaner hat Rennen in Europa ohne Begründung abgesagt.
Die dänische Zeitung "Ekstra Bladet" und das niederländische Blatt "De Telegraaf" stellen einen direkten Zusammenhang zwischen Landis und der bei der Tour genommenen positiven Dopingprobe her. Gestern hatte der Weltradsport-Verband UCI bekannt gegeben, dass es bei der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt einen Dopingfall gegeben habe.
Unter Bezug auf einen Bericht des Pariser Dopingkontroll-Labors hatte die UCI von einer "anormalen" Probe gesprochen. Der Name des Fahrers wurde nicht bekannt gegeben, das zuständige Team und der nationale Verband des betroffenen Profis sind jedoch bereits informiert. "De Telegraaf" berichtet sogar, bei dem Ertappten handele es sich um einen Fahrer aus dem abschließenden Top-Ten-Klassement der Tour 2006.
DPA
Radprofi Landis: Wilde Spekulationen
"Wir werden jetzt kein Ergebnis an die Öffentlichkeit geben. Die Identität des Fahrers wird von uns bis zur endgültigen Auswertung der B-Probe geschützt. Unsere Regeln sind dementsprechend", sagte UCI-Sprecher Enrico Carpani SPIEGEL ONLINE.
Landis hatte am Mittwochabend beim Radrennen im niederländischen Chaam mit einem spontanen Startverzicht für Empörung gesorgt. Der 30-Jährige vom Schweizer Phonak-Team reiste völlig unerwartet ab. Nach Auskunft seiner Teamkollegen Robert Hunter und Koos Moerenhout sei Landis am Mittwochabend nach Deutschland gefahren, um sich dort von Hüftspezialisten behandeln zu lassen.
"Wir haben ständig versucht, Floyd ans Telefon zu bekommen, aber niemand hat abgehoben. Alle sind verärgert, weil wir viel Geld für seinen Start ausgegeben haben. Jetzt erwarten wir auf jeden Fall eine Entschuldigung von ihm", sagte Veranstalter John van den Akker.
Bei einem heute geplanten Rennen "Grand Prix Jyske Bank" im dänischen Silkeborg wird Landis ebenfalls nicht starten. Gestern hatte der US-Amerikaner bereits die Teilnahme bei den am Sonntag in Hamburg stattfindenden Cyclassics abgesagt.
Phonak-Teammanager Jean Lelangue war gestern von "Ekstra Bladet" und "De Telegraf" für keine Stellungnahme zu erreichen. Dieser sei abgetaucht, hieß es. Auch auf mehrfache Anfrage von SPIEGEL ONLINE war Lelangue heute noch immer nicht erreichbar.
Der Sprecher des US-Radsportverbandes, Andy Lee, wollte sich zum jüngsten Dopingfall nicht äußern. "Wir kommentieren solche Sachen grundsätzlich nicht", ließ er SPIEGEL ONLINE wissen und verwies auf die US Anti-Doping-Behörde. Doch auch dort war man zu keinem Statement bereit. "Kein Kommentar", so Sprecherin Carla O'Connell.
Landis' wundersame Auferstehung
Landis war auf der 16. Tour-Etappe eingebrochen und hatte mehrere Minuten verloren. Am nächsten Tag war er jedoch wieder in Topverfassung und holte mit einem fulminanten Soloritt wieder sehr viel Zeit auf. Beim Einzelzeitfahren, der vorletzten Etappe, nahm er dann dem zuvor führenden Spanier Oscar Pereiro das Gelbe Trikot ab. Dieses gab er bis zum Ziel in Paris nicht mehr her und gewann am vergangenen Sonntag erstmals in seiner Karriere die Tour de France.
Landis war von 2002 bis 2004 für US Postal gefahren. Dem Team gehörte auch der siebenmalige Tour-Sieger Lance Armstrong an. Dieser wurde immer wieder mit Doping in Verbindung gebracht. Zuletzt berichtete die französische Zeitung "L'Equipe" über eine nachträglich analysierte Probe der Frankreich-Rundfahrt 1999, die positiv war und Armstrong zugeordnet werden konnte. Zu einer offiziellen Anklage kam es allerdings nicht - es war in dem französischen Labor nur noch eine Probe vorhanden, die zweite fehlte.
Klar ist, dass es sich bei dem des Dopings verdächtigen Fahrer der Tour 2006 um keinen deutschen Profi handelt. "Uns hat niemand kontaktiert", sagte die Büroleiterin des Bund Deutscher Radfahrer, Inga Johannsen zu SPIEGEL ONLINE. Auch aus Frankreich kam ein Dementi. "Der internationale Verband UCI hat uns nicht kontaktiert", erklärte FFC-Präsident Jean Pitallier.
Ebenso verneinte der spanische Radsportverband RFEC, dass eine Meldung des UCI eingegangen sei. "Es ist kein Fahrer mit spanischer Lizenz, auch nicht Carlos Sastre oder Oscar Pereiro. Mit uns hat niemand vom UCI gesprochen", erklärte ein RFEC-Sprecher SPIEGEL ONLINE.
Auch der Schweizer Verband Swiss Cycling, mit dessen Lizenz unter anderem der Tour-Dritte Andreas Klöden vom T-Mobile-Team fährt, gab auf Anfrage von tour.ARD.de ebenso wie der österreichische Verband Entwarnung.
--------------------------------------------------------------------------------
© SPIEGEL ONLINE 2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH
--------------------------------------------------------------------------------
... und ich sagte noch, lass es bleiben... aber nein... du... du musstest natürlich wieder deinen willen durchsetzten... das hast du nun davon... bist du selber schuld... ich helf dir diesmal nicht... du musst lernen für dein handeln gerade zu stehen... ich werde nicht länger meinen kopf für dich hinhalten... du arschloch!
- Jack Daniels
- Buli- / CL- und F1- Tippspielsieger 2003
- Beiträge: 4733
- Registriert: 12.07.2001, 02:00
- Wohnort: Augsburg
- Kontaktdaten:
- erwitterfan
- Hat einen guten Durst!

- Beiträge: 6617
- Registriert: 31.05.2004, 14:17
- Wohnort: airrwittö
- Kontaktdaten:
- Undertaker
- Chef der Spickzettelmafia!

- Beiträge: 4310
- Registriert: 12.07.2001, 02:00
- Wohnort: dei mudda!!!
- Kontaktdaten:
grad im radio: der rennstall von landis hat gesagt, dass er es ist. damit isses offiziell.
... und ich sagte noch, lass es bleiben... aber nein... du... du musstest natürlich wieder deinen willen durchsetzten... das hast du nun davon... bist du selber schuld... ich helf dir diesmal nicht... du musst lernen für dein handeln gerade zu stehen... ich werde nicht länger meinen kopf für dich hinhalten... du arschloch!
Nicht, dass es mich interessieren oder wundern würde...kicker.de hat geschrieben: Tour-Sieger Landis positiv getestet
Die Identität des Fahrers, der bei der 93. Tour de France positiv getestet wurde, ist bekannt: Am Donnerstagnachmittag teilte das Phonak-Team mit, dass es von der UCI über eine positive Dopingprobe bei Toursieger Floyd Landis informiert worden sei. Dem US-Amerikaner droht die Aberkennung seines Toursiegs sowie eine mehrjährige Sperre.
Floyd Landis
"Der Weltverband UCI hat uns am Mittwoch darüber informiert, dass der Testosteron-Epitestosteron-Wert in dem Test von Floyd Landis nach der 17. Etappe ungewöhnlich war", heißt es in dem Phonak-Statement.
Landis selbst und sein Phonak-Team gehen aber nicht von einem Vergehen des US-Amerikaners aus: "Das Team und der betroffene Fahrer sind total überrascht von diesem Ergebnis", heißt es in dem Statement weiter: "Floyd Landis wird die Öffnung der B-Probe beantragen, um zu beweisen, dass es entweder ein natürlicher Prozess oder ein Fehler war, der dieses Ergebnis verursacht hat."
Allerdings werde man sich mit sofortiger Wirkung von dem Fahrer trennen, sollte die B-Probe eine Bestätigung des Dopingbefunds bringen. Phonak-Fahrer waren in der Vergangenheit bereits öfters in Dopingfälle verstrickt.
Laut ersten Informationen wurde der 30-Jährige positiv auf das männliche Geschlechtshormon Testosteron getestet. Die positive Probe soll im Anschluss an die 17. Etappe genommen worden sein, als Landis nach einer Solofahrt die Etappe nach Morzine gewann. Am Vortag hatte er nach einem Einbruch beim Schlussanstieg nach La Toussuire noch über zehn Minuten auf die Favoriten verloren.
Nach seinem "jous sans" (schwarzer Tag) verlor Floyd Landis sein Gelbes Trikot und wurde von den Experten nicht mehr zum Kreis der Favoriten gezählt. Einen Tag später widerlegte er scheinbar alle Kritiker und kehrte in den Kreis der Titelanwärter zurück. Beim Einzelzeitfahren einen Tag vor dem Ende der Tour de France sicherte er sich schließlich den Gesamtsieg.
Die Anzeichen, dass es sich bei dem am Mittwochabend bekannt gegebenen Dopingfall um Floyd Landis handeln könnte, verdichteten sich immer mehr. Der Phonak-Kapitän war am Mittwochabend überraschend nicht zu einem Kriterium im niederländischen Chaam angetreten und sagte auch weitere Auftritte in Dänemark und Deutschland ab.
Weder er noch sein Manager John Lelangue waren seitdem zu erreichen. John van Akker, Organisator des Kriteriums in Chaam, vermutete bereits am Mittwochabend, dass "etwas Schlimmes" passiert sei. Auch die Zeitung "De Telegraaf" sowie die dänische Zeitung "Ekstra Bladet" stellten einen Zusammenhang zwischen dem Dopingfall und Landis her. Eine Spekulation, die nun zur Gewissheit wurde.
Noch ist das Ergebnis der B-Probe abzuwarten. Sollte diese das Resultat der A-Probe bestätigen, würde der Spanier Oscar Pereiro (Caisse d'Epargne) nachträglich das Gelbe Trikot bekommen, T-Mobile-Kapitän Andreas Klöden würde auf den zweiten Platz vorrücken.

Ist nicht wahr! Wie kann der Typ so blöd sein? Der weiß doch das der Tagessieger und das Gelbe Trikot immer zum Test müßen! oder dachte er er hätte so gut gedopt dass am es nicht nachweisen kann?
Naja Klöden wird sich ärgern das der Perreiro Sio ne halbe Stunde geschenkt bekommen hat! Auch wenn das keiner vorher Ahnen konnte das er sich vorne hält
Naja Klöden wird sich ärgern das der Perreiro Sio ne halbe Stunde geschenkt bekommen hat! Auch wenn das keiner vorher Ahnen konnte das er sich vorne hält

DIE MACHT VOM NIEDERRHEIN
-
Wes
- WM Tippspielsieger
- Beiträge: 5398
- Registriert: 18.07.2001, 02:00
- Wohnort: Dortmund
- Kontaktdaten:
Wes hat geschrieben:haha
was für ne lächerliche veranstaltung
nen weiterer grund mich nich für diesen (meiner meinung nach) von grund auf verseuchten, unehrlichen sport nich zu interessieren
Zingaro hat geschrieben:Public Viewing ist scheisse...
da trifft man nur auf viel zu viele Leute die keine Ahnung haben aber dumm rumsülzen...
- Respek-Tier nure disch
- Sportler des Jahrhunderts

- Beiträge: 4842
- Registriert: 09.03.2006, 12:45
- master2003
- Hat einen guten Durst!

- Beiträge: 6258
- Registriert: 11.10.2003, 19:40
- Wohnort: Bayreuth und ab und an Aschaffenburg
- Zingaro
- Sportler des Jahrhunderts

- Beiträge: 4008
- Registriert: 14.10.2005, 04:44
- Wohnort: Teppichgeschäft ARO
Trotz allem finde ich es schon extrem stark, was man mit Doping alles hinbekommen kann! Hab beide Etappen gesehen, schon krass der Einbruch und am nächsten Tag als wäre er die letzten 2 Wochen nur im Urlaub gewesen!
Dass das ganze Zeug gleich anschlägt und den Körper über Nacht "erneuert" ... schon heftig.
Dass das ganze Zeug gleich anschlägt und den Körper über Nacht "erneuert" ... schon heftig.
Signatur
Naja er hat ja glaub ich Testosteron oder sowas genommen auf jeden Fall ist dies schwer nachzuweisen da man sich eine art Gegenmittel spritzen kann, dies hebt zwar nicht die Wirkung auf, lässt aber den Dopingtest negativ ausfallen. Deshalb kann der Missbrauch dieses Dopingmittels nur nachgewiesen werden wenn es zur falschen Dosierung des Gegenmittels kommt ansonsten ist es fast nicht möglih.SPA hat geschrieben:Ist nicht wahr! Wie kann der Typ so blöd sein? Der weiß doch das der Tagessieger und das Gelbe Trikot immer zum Test müßen! oder dachte er er hätte so gut gedopt dass am es nicht nachweisen kann?
Naja Klöden wird sich ärgern das der Perreiro Sio ne halbe Stunde geschenkt bekommen hat! Auch wenn das keiner vorher Ahnen konnte das er sich vorne hält
T-Mobile wird sich jetze auch in den Arsch beisen das sie so knapp am Toursieg vorbei sind sie aber sind ja selber Schuld









